Ärztliche Partnerschaftsgesellschaft
PD Dr. med. P. Kozlowski
Dr. med. R. Stressig
Dr. med. S. Körtge-Jung
Dr. med. R. Hammer
Dr. med. H. J. Siegmann
Dr. med. S. Fröhlich
Dr. med. D. Jakubowski
Dr. med. K. Haug
Dr. med. G. Bizjak*
Dr. med. J. Ritgen*
Prof. Dr. med. F. Wolff*
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*privatärztlich bzw. angestellt

Die zytogenetische Fruchtwasseranalyse ist nach wie vor die meist verbreitete Untersuchungsmethode für die Frauen und Paare, die einen sicheren Ausschluss von Trisomien und anderen Chromosomenanomalien wünschen.
Zunehmend entscheiden sich auch jüngere Schwangere für eine Amniozentese, die ihr jeweiliges Altersrisiko oder das im Ersttrimester-Screening ermittelte individuelle Risiko als zu hoch einschätzen. Ein fester Risiko-Grenzwert bei der Entscheidung für oder gegen eine invasive Diagnostik ist inzwischen weitgehend verlassen worden.
Die Amniozentese führen wir routinemäßig ab 15+0 SSW durch. Vor abgeschlossenen 15 Wochen ist mit einer Erhöhung der Komplikationsrate zu rechnen.
Jeder Punktion gehen - sofern noch nicht geschehen - eine humangenetische Beratung und eine eingehende Ultraschalldiagnostik voraus. Unter permanenter sonographischer Kontrolle werden dann 10 bis 12 ml Fruchtwasser entnommen. Eine Lokalanästhesie ist nicht erforderlich. Die verwendeten Spinalnadeln haben einen Außendurchmesser von 0,7 mm (22 G).
Das Ergebnis aus der Langzeitkultur liegt nach 9 bis 12 Tagen vor (s.a. Chromosomenanalyse aus Fruchtwasser).
Um den Patientinnen die Wartezeit zu erleichtern, bieten wir einen PCR-Schnelltest an. Dieser ermöglicht innerhalb eines Arbeitstages einen verlässlichen numerischen Befund für die Chromosomen 21, 18 und 13.
Zum weitestmöglichen Ausschluss von Neuralrohrdefekten ist die Bestimmung von Alpha-1-Fetoprotein (AFP) und der neurospezifischen Acetylcholinesterase (AChE) aus Fruchtwasser obligatorisch.
Fruchtwasser kann auch zur gezielten Suche nach familiär bekannten genetischen Erkrankungen herangezogen werden. Da die Amnionzellen für eine DNA-Analyse zunächst noch angezüchtet werden müssen, dauert die Bearbeitung jedoch länger als bei einer DNA-Analyse aus Chorionzotten.
In den letzten 15 Jahren wurden in unserem Haus mehr als 50.000 Amniozentesen durchgeführt. Die natürliche Fehlgeburtshäufigkeit wurde dabei um drei bis fünf Fehlgeburten pro 1.000 Schwangerschaften erhöht.
Wir empfehlen den Schwangeren, am Punktionstag und am Folgetag häusliche Schonung einzuhalten. Bettruhe ist nicht erforderlich. Ein bis zwei Tage nach dem Eingriff sollte eine Kontrolluntersuchung in der betreuenden Praxis stattfinden. Treten nach der Punktion keine Komplikationen auf, so sind eine Woche nach der Punktion sowohl Sport und Flugreisen als auch Geschlechtsverkehr unbedenklich wieder möglich, es sei denn, die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt gibt eine andere Empfehlung.