Ärztliche Partnerschaftsgesellschaft
PD Dr. med. P. Kozlowski
Dr. med. R. Stressig
Dr. med. S. Körtge-Jung
Dr. med. R. Hammer
Dr. med. H. J. Siegmann
Dr. med. S. Fröhlich
Dr. med. D. Jakubowski
Dr. med. K. Haug
Dr. med. G. Bizjak*
Dr. med. J. Ritgen*
Prof. Dr. med. F. Wolff*
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*privatärztlich bzw. angestellt

Die Chorionzottenbiopsie wird bevorzugt von Schwangeren gewählt, denen ein frühzeitiger sicherer Ausschluss von Chromosomenanomalien besonders wichtig ist oder die eine rasche Abklärung eines auffälligen Befundes aus dem Ersttrimester-Screening wünschen.
Eine Chorionzottenbiopsie nehmen wir erst nach abgeschlossenen 11 SSW vor (Scheitel-Steiß-Länge mindestens 45 mm). Früher sollten wegen der embryonalen Organentwicklung keine Biopsien vorgenommen werden. Jeder Punktion geht eine humangenetische Beratung sowie eine sorgfältige Sonographie voraus.
Wir bevorzugen den transabdominalen Zugang. Nur bei tief sitzender Hinterwandplazenta oder Retroflexio uteri bietet der transzervikale Weg Vorteile. Die für den transabdominalen Zugang verwendete Punktionsnadel hat einen Außendurchmesser von 0,9 mm (20 G). Eine Lokalanästhesie ist nicht erforderlich.
Ein Ergebnis nach Kurzzeit-Inkubation aus Gewebe des Zytotrophoblasten liegt fast immer nach zwei Arbeitstagen vor. Dieser Befund ist sehr zuverlässig, wird jedoch obligatorisch durch eine Langzeit-Kultur, die 9 bis 12 Tage benötigt, abgesichert (s.a. Chromosomenanalyse aus Chorionzotten).
Bei bekannten familiären Erkrankungen ist auch eine gezielte DNA-Analyse direkt aus Chorionzottenzellen möglich.
Seit 1991 wurden bei uns mehr als 1.500 Chorionzottenbiopsien durchgeführt. Die natürliche Fehlgeburtshäufigkeit wird um etwa fünf Fehlgeburten pro 1.000 Schwangerschaften erhöht. In dieser frühen Phase der Schwangerschaft sind allerdings auch natürliche Fehlgeburten häufiger als in späteren Wochen.
Wir empfehlen den Schwangeren, am Punktionstag und am Folgetag häusliche Schonung einzuhalten. Bettruhe ist nicht erforderlich. Ein bis zwei Tage nach dem Eingriff sollte eine Kontrolluntersuchung in der betreuenden Praxis stattfinden. Treten nach der Punktion keine Komplikationen auf, so sind eine Woche nach der Punktion sowohl Sport und Flugreisen als auch Geschlechtsverkehr unbedenklich wieder möglich, es sei denn, die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt gibt eine andere Empfehlung.