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Mukoviszidose (Cystische Fibrose; OMIM: 219700)

Die Mukoviszidose (CF) ist die häufigste autosomal-rezessiv vererbbare Erkrankung in der kaukasischen Bevölkerung mit einer Prävalenz von ca. 1:2500. Die Inzidenz ist jedoch abhängig vom ethnischen Hintergrund der Patienten. In der Bundesrepublik liegt eine Heterozygotenhäufigkeit von 1:29 vor.

Die CF stellt eine pulmonale Erkrankung dar, die durch dicken zähflüssigen Schleim in der Lunge bedingt ist. Eine Behinderung der ziliären Clearance und die chronische Besiedlung der Lunge mit Staphylokokken und Pseudomonaden ist die Folge. Die Lebenserwartung bzw. –qualität wird durch die Ausprägung der eingeschränkten Lungenfunktion bestimmt. Weiterhin treten bei ca. 85 % der Betroffenen eine exokrine Pankreasinsuffizienz (PI) auf und bei ca. 10-20 % der Neugeborenen findet sich ein Mekoniumileus. Ein veränderter Na+/Cl--Gehalt im Schweiß wird als Diagnose-Kriterium herangezogen. Neben der typischen CF äußern sich atypische mildere Formen durch u.a. Sinusitis, Pankreatitis, disseminierte Bronchiektasen, Nasalpolypen und eine congenitale bilaterale Aplasie des Vas deferens (siehe Kapitel „Männliche Infertilität“).

Indikation

pränatal: auffälliger Ultraschall (hypoechogener Dünndarm) und/oder Eltern nachgewiesene CF-Anlageträger

postnatal: klinischer Verdacht auf eine CF (z.B. positiver Schweißtest) bzw. auf eine CF-Anlageträgerschaft, da Mukoviszidose, Bronchiektasen oder Pankreatitis oder PI in der Familie, Mekoniumileus

Genetische Diagnostik

Derzeit sind über 1100 Mutationen im Mukoviszidose-(CFTR-)Gen auf Chromosom 7 bekannt. Die bekannteste Mutation F508del kommt in einer Häufigkeit von 22 bis 87 % in Europa vor. In unserem Labor werden 34 der weltweit häufigsten CF-Mutationen (z.B. 87 % der in Deutschland vorkommenden Veränderungen) untersucht.

Methode:

  • DNS-Isolierung aus Lymphozyten, Amnion-, Chorionzottenzellen
  • Oligo-Ligations-Assay (OLA)
  • Sequenzierung
  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion), Heteroduplex-Analyse
  • Fragmentanalyse (Elektrophorese in Polyacrylamid)

Material:
pränatal: 20-30 mg Chorionzotten (CVS) oder kultivierte Amnionzellen einer Fruchtwasserpunktion dazu mindestens 0,5 ml EDTA-Blut der Mutter zum Ausschluss einer maternalen Kontamination bzw. 5 ml EDTA-Blut der Eltern bei unbekanntem elterlichen Genotyp

postnatal: 5 ml EDTA-Blut

Dauer:
post-/pränatal: 1-2 Wochen