Das Noonan-Syndrom stellt ein komplexes Fehlbildungssyndrom mit einer Häufigkeit von 1:1000 bis 2500 dar.
Es gleicht klinisch dem Ullrich-Turner-Syndrom, wobei es jedoch beide Geschlechter betrifft. Die Patienten sind gering minderwüchsig, haben angeborene Herzfehler (z.B. Pulmonalklappen- o. Pulmonalarterienstenose), besitzen eine Kiel- bzw. Trichterbrust und zeigen häufig einen breiten Nacken bis hin zu einem Pterygium colli. Bei den Jungen werden Kryptorchismus oder Hodenaplasie und bei den Mädchen eine z.T. verspätete Menarche beobachtet. Es liegt meist eine Entwicklungsverzögerung mit unterschiedlichem Grad und eine milde mentale Retardierung vor. Die Patienten besitzen typische Gesichtsdysmorphien (z.B. leichter Hypertelorismus mit hängenden Lidern, Epikanthus, tief-sitzende posterior gedrehte Ohren) und leiden meist an okkularen Abnormalitäten (z.B. Strabismus). Gerinnungsdefekte können ebenfalls vorliegen.
pränatal: klinischer Verdacht auf Noonan-Syndrom (z.B. Hygroma colli bei unauffälligem Karyotyp)
postnatal: klinischer Verdacht auf Noonan-Syndrom
Es handelt sich bei dem Noonan-Syndrom um eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung. Häufig triff die Mutation bei den Patienten neu (de novo) auf. Ursächliche Mutationen können in verschiedenen Genen nachgewiesen werden:
Die molekulargenetische Noonan-Diagnostik erfolgt in unserem Labor in der Regel stufenweise in der o.g. Reihenfolge.
Methode:
Material:
pränatal: 20-30 mg Chorionzotten (CVS) oder kultivierte Amnionzellen einer Fruchtwasserpunktion dazu mindestens 0,5 ml EDTA-Blut der Mutter zum Ausschluss einer maternalen Kontamination
postnatal: 3-5 ml EDTA-Blut
Dauer:
2-4 Wochen