praenatal.de - Ärztl. Partnerschaftsgesellschaft
für Praenatal-Medizin und Genetik


Unsere Leistungen

Unsere Leistungen 

bilden das gesamte Spektrum pränataler Diagnostik ab


Pränatale Genetik

Die pränatale Genetik umfasst die Untersuchung von Zellen und Erbmaterial aus dem Fruchtwasser, aus Plazentagewebe, aus dem Blut des Ungeborenen oder der Mutter. Sie ist der einzige Weg, zahlreiche Chromosomenstörungen und genetische Defekte mit sehr hoher Sicherheit auszuschließen.

Die pränatale Genetik ist sehr aufschlussreich und ab einem fortgeschrittenen Zeitpunkt der Schwangerschaft (frühestens ab 11 vollendeten SSW) nur selten mit Risiken für Mutter oder Kind verbunden. Wie das individuelle Risiko einzuschätzen ist, wird vor einer möglichen Behandlung durch eine Ultraschalluntersuchung überprüft.

Grundsätzlich führen wir alle vorgeburtlichen genetischen Untersuchungen nur im Zusammenhang mit einer individuellen genetischen Beratung und einer genauen Ultraschall-Feindiagnostik durch. Die Erkennungssicherheit von Auffälligkeiten oder Chromosomenstörungen beim Ungeborenen ist sehr hoch. Dennoch tragen alle Eltern ein so genanntes Basisrisiko von 4-5% für die Geburt eines Kindes mit sonstigen Fehlbildungen oder Erkrankungen.

Hierzu zählen beispielsweise:

  • leichte, gut behandelbare Auffälligkeiten (z.B. Mangelentwicklung der Hüftknochen)
  • nicht operationsbedürftige Herzfehler
  • Körperliche Fehlbildungen
  • Geistige Behinderungen
  • Stoffwechselkrankheiten


Die Wahrscheinlichkeit einer schweren Fehlbildung oder Erkrankung liegt hingegen in der Größenordnung von 1-2%.

Einschränkungen der Chromosomenanalyse

Wie jede pränatale Untersuchungsmethode ist auch die Chromosomenanalyse mit Einschränkungen verbunden:

 

  • Veränderungen von sehr kleinen Chromosomenabschnitten oder von einzelnen Genen sind unter dem Mikroskop nicht zu erkennen.
  • Wenn, was sehr selten der Fall ist, ein kleinerer Teil der Körperzellen des Feten einen abweichenden Chromosomensatz (Mosaik) trägt, kann dies nicht immer mit Sicherheit erkannt werden.
  • Es kann nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass mütterliche Zellen statt der Zellen des Ungeborenen im Brutschrank gewachsen sind. Dies tritt jedoch in weniger als ein Prozent der Fälle auf. Verdachtsfälle überprüfen wir stets in einem speziellen Verfahren (Kontaminationsausschluss).
  • Bei Zwillingsschwangerschaften können die Ergebnisse unter seltenen ungünstigen Umständen nur für einen Zwilling zutreffen.
  • In wenigen Fällen wachsen Zellkulturen sehr langsam, so dass das Ergebnis später als gewöhnlich vorliegt.
  • Selten ist keine Analyse möglich. In diesem Fall besprechen wir mit Ihnen und Ihrem Arzt das weitere Vorgehen. Falls ein Schnelltest durchgeführt wurde, kann man unter Umständen auf eine erneute Punktion verzichten.

Fruchtwasserpunktion (Amniozentese)

Die Fruchtwasseranalyse ist nach wie vor die meist verbreitete Untersuchungsmethode für die Frauen und Paare, die einen sicheren Ausschluss von genetisch bedingten Anomalien wünschen.

 Hierbei werden kindliche Zellen aus dem Fruchtwasser gewonnen und deren Erbträger anschließend analysiert. Zahlreiche Chromosomenstörungen können auf diese Weise mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Zudem können wir aufgrund dieser Untersuchung eine weitgehend sichere Aussage über den so genannten offenen Rücken (Spina bifida aperta) treffen. Zunehmend entscheiden sich auch jüngere Schwangere für eine Amniozentese, die ihr jeweiliges Altersrisiko oder das im Ersttrimester-Screening ermittelte individuelle Risiko als zu hoch einschätzen. Die Entscheidung für oder gegen eine Punktion kann unabhängig von dem individuellen Risikobefund für eine mögliche Chromosomenstörung des Kindes getroffen werden. Die Fruchtwasserpunktion führen wir erst durch, wenn mindestens 15 SSW abgeschlossen sind. Vor dieser Zeit sollten Punktionen wegen der dann häufigeren Komplikationen nicht vorgenommen werden.

Durchführung der Fruchtwasserpunktion

Unter ständiger Ultraschallkontrolle wird eine sehr dünne Hohlnadel (Außendurchmesser etwa 0,7 mm) so in die Fruchthöhle eingeführt, dass eine Verletzung des Ungeborenen auszuschließen ist. Es werden 10 bis 15 ml Fruchtwasser entnommen. Dies ist weniger als ein Zehntel der gesamten Fruchtwassermenge. Dieser Verlust wird in der Fruchthöhle schnell wieder ausgeglichen. Die Punktion selbst dauert nur ein bis zwei Minuten und verursacht bei den meisten Frauen ein leichtes Ziehen im Bauch. Unmittelbar nach der Punktion verschließt sich der winzige Stichkanal wieder, da das Gewebe sehr elastisch ist.

 Aus den kindlichen Zellen im Fruchtwasser werden Kulturen angelegt, die einige Zeit für Wachstum und Vermehrung benötigen. Das Ergebnis der Fruchtwasseranalyse liegt, abhängig von der Entwicklung der Zellkulturen, zehn bis vierzehn Tage nach der Punktion vor.

 Zusätzlich kann ein Schnelltest (PCR) durchgeführt werden. Dieser ermöglicht meist innerhalb eines Arbeitstages nach der Punktion den sicheren Ausschluss der häufigsten Chromosomenstörungen (Trisomie 13, 18, 21) sowie eine verlässliche Information über das Geschlecht des Kindes. Für den PCR-Schnelltest benötigen wir nur minimale Mengen Erbsubstanz (DNA), so dass kein zusätzliches Fruchtwasser entnommen werden muss.

Die Kosten für die schnelle Diagnostik werden von den Privatversicherern nicht immer übernommen, von den gesetzlichen Krankenkassen nur bei schwerwiegenden Auffälligkeiten.

 Um auch Spaltbildungen des Rückens (Spina bifida aperta) mit hoher Sicherheit auszuschließen, werden obligatorisch ein Eiweißstoff (Alpha-Fetoprotein, AFP) und ein Enzym (Acetylcholinesterase, AChE) im Fruchtwasser bestimmt.

Risiken einer Fruchtwasserpunktion

Die Amniozentese birgt ein sehr kleines Risiko, eine Fehlgeburt auszulösen. In den letzten 20 Jahren haben wir in unserer Praxis mehr als 60.000 Punktionen durchgeführt. Die natürliche Fehlgeburthäufigkeit wurde dabei im Mittelwert um drei Verluste pro 1.000 Schwangerschaften erhöht. In sehr seltenen Fällen kommt es zum Verlust von Fruchtwasser durch die Scheide. Dieser Defekt der Fruchtblase schließt sich jedoch meist wieder, und die weitere Schwangerschaft verläuft ohne Probleme. Noch seltener kann eine Infektion oder Blutung eintreten. Ob das individuelle Risiko geringer oder höher einzuschätzen ist, wird vor einer Punktion durch eine Ultraschalluntersuchung überprüft.

Wie kann man die geringe Häufigkeit von Komplikationen noch weiter senken?

Wir haben Erkenntnisse aus einer mit 35.000 Frauen durchgeführten Studie, dass die Einnahme eines auch in der Schwangerschaft unbedenklichen Antibiotikums (Azithromcyin) in den letzten drei Tagen vor einer geplanten Punktion das Verlustrisiko auf deutlich unter eins von 1.000 senken kann. 
Die Gabe des Antibiotikums soll verhindern, dass bereits vorhandene Infektionen der Scheide oder des Gebärmutterhalses durch das Punktieren der Fruchtblase aktiviert werden und so zu einem vorzeitigen Blasensprung führen. 
Azithromycin ist gut verträglich und hat nur wenige mögliche Nebenwirkungen. Die Veröffentlichungen über die Gabe von Azithromycin in der Schwangerschaft haben keine erhöhten Fehlbildungsraten gezeigt. In Tierversuchen wurden auch bei Gabe des Medikaments in sehr hohen toxischen Dosierungen keine Fehlbildungen beobachtet.

Verhalten nach der Punktion

Direkt nach einer Punktion (Chorionzottenbiopsie, Fruchtwasserpunktion, Nabelschnurpunktion) sollten Sie sich in unserem Ruhebereich mindestens eine halbe Stunde liegend ausruhen. 

Komplikationen in Folge einer Punktion treten nur in sehr seltenen Fällen auf. Kommt es zu Komplikationen, ist dies insbesondere innerhalb der ersten 24 Stunden möglich. Wir raten Ihnen daher, am Punktionstag und am folgenden Tag zu Hause zu bleiben. Ruhen Sie sich überwiegend liegend aus. Vermeiden Sie am Punktionstag und am folgenden Tag schwere körperliche Arbeit (z.B. Sport, schweres Heben, häufiges Treppensteigen).

Wenn Sie berufstätig sind, lassen Sie sich für diese beiden Tage von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt eine Krankmeldung ausstellen. Ein bis zwei Tage nach der Punktion sollten Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt zu einer Kontrolluntersuchung aufsuchen.

Falls Sie nach einer Punktion Flüssigkeit oder Blut verlieren oder dies vermuten, starke Unterbauchschmerzen oder andere Beschwerden haben, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Klinik aufsuchen. Treten nach der Punktion keine Komplikationen auf, so sind eine Woche danach sowohl Sport und Flugreisen als auch Geschlechtsverkehr unbedenklich wieder möglich - es sei denn, Ihr Arzt hat Ihnen bereits eine andere Empfehlung gegeben.

(Amniozentese) in 15+ SSW

(Amniozentese) in 15+ SSW

Chorionzottenbiopsie

Da der Mutterkuchen (Plazenta, in der Frühschwangerschaft Chorion genannt) von der befruchteten Eizelle abstammt, können Zellen daraus zur Analyse kindlicher Chromosomen herangezogen werden.

Die Chorionzottenbiopsie ist sinnvoll, wenn eine Chromosomenanalyse sehr früh in der Schwangerschaft gewünscht und angezeigt ist:

  • bei mütterlichem Wunsch nach einer frühen Diagnostik
  • bei Auffälligkeiten des Embryos im Ultraschallbild
  • bei hohem Risiko im Ersttrimester-Screening
  • bei Erbkrankheiten oder Stoffwechselstörungen in der Familie

Eine Chorionzottenbiopsie führen wir frühestens ab 11 vollendeten SSW durch. Vor dieser Zeit sind die Organanlagen des Embryos noch nicht abgeschlossen und das Risiko einer Komplikation ist höher. Diese Methode ermöglicht keine Aussage über Spaltbildungen des Rückens (Spina bifida aperta).

Durchführung einer Chorionzottenbiopsie

Nach einer sorgfältigen Ultraschalluntersuchung wird eine dünne Hohlnadel (Außendurchmesser kleiner als 1 mm) unter ständiger Sichtkontrolle in die Plazenta geführt. Durch diese Nadel werden einige Gewebezellen entnommen. Die Punktion dauert meist nur ein bis zwei Minuten. Während des Eingriffs spüren die meisten Frauen ein Ziehen im Bauch.

Aus den gewonnenen Zellen werden Kulturen angelegt, die einige Zeit für Wachstum und Vermehrung benötigen. Das Ergebnis daraus liegt nach etwa zehn Tagen vor.

Nach jeder Chorionzottenbiopsie wird zusätzlich ein Kurzzeittest durchgeführt, durch den die häufigsten Chromosomenstöungen bereits einen bis zwei Arbeitstage nach der Punktion ausgeschlossen werden können.

Risiken einer Chorionzottenbiopsie

Seit 1991 wurden bei uns mehr als 6.000 Chorionzottenbiopsien durchgeführt. Die Erhöhung der natürlichen Fehlgeburtshäufigkeit liegt bei etwa 0,3% (drei Fehlgeburten pro 1.000 Schwangerschaften). In dieser frühen Phase der Schwangerschaft sind allerdings auch natürliche Fehlgeburten häufiger als in späteren Wochen.

Risiken einer Chorionzottenbiopsie

Seit 1991 wurden bei uns mehr als 6.000 Chorionzottenbiopsien durchgeführt. Die Erhöhung der natürlichen Fehlgeburtshäufigkeit liegt bei etwa 0,3% (drei Fehlgeburten pro 1.000 Schwangerschaften). In dieser frühen Phase der Schwangerschaft sind allerdings auch natürliche Fehlgeburten häufiger als in späteren Wochen.

Verhalten nach einer Punktion

Direkt nach einer Punktion (Chorionzottenbiopsie, Fruchtwasserpunktion, Nabelschnurpunktion) sollten Sie sich in unserem Ruhebereich mindestens eine halbe Stunde liegend ausruhen.

Komplikationen in Folge einer Punktion treten nur in sehr seltenen Fällen auf. Kommt es zu Komplikationen, ist dies insbesondere innerhalb der ersten 24 Stunden möglich. Wir raten Ihnen daher, am Punktionstag und am folgenden Tag zu Hause zu bleiben.

Ruhen Sie sich überwiegend liegend aus. Vermeiden Sie am Punktionstag und am folgenden Tag schwere körperliche Arbeit (z.B. Sport, schweres Heben, häufiges Treppensteigen).

Wenn Sie berufstätig sind, lassen Sie sich für diese beiden Tage von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt eine Krankmeldung ausstellen. Ein bis zwei Tage nach der Punktion sollten Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt zu einer Kontrolluntersuchung aufsuchen.

Falls Sie nach einer Punktion Flüssigkeit oder Blut verlieren oder dies vermuten, starke Unterbauchschmerzen oder andere Beschwerden haben, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Klinik aufsuchen.

Treten nach der Punktion keine Komplikationen auf, so sind eine Woche danach sowohl Sport und Flugreisen als auch Geschlechtsverkehr unbedenklich wieder möglich - es sei denn, Ihr Arzt hat Ihnen bereits eine andere Empfehlung gegeben.

Nabelschnurpunktion

Eine Nabelschnurpunktion ist aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen nach 18 abgeschlossenen SSW möglich. Sie kann bei manchen Erkrankungen des Ungeborenen notwendig sein, um Blut und Medikamente in den Kreislauf des Kindes zu geben.

Desweiteren wird eine Nabelschnurpunktion nur bei speziellen Fragestellungen angewandt, zum Beispiel:

  • bei Blutgruppen-Unverträglichkeit
  • bei Infektionen in der Schwangerschaft
  • bei kindlicher Blutarmut (Anämie)
  • bei Verdacht auf kindliche Stoffwechselstörungen
  • bei Auffälligkeiten im Ultraschall zur späten Chromosomenanalyse

Verhalten nach einer Punktion

Direkt nach einer Punktion (Chorionzottenbiopsie, Fruchtwasserpunktion, Nabelschnurpunktion) sollten Sie sich in unserem Ruhebereich mindestens eine halbe Stunde liegend ausruhen.

Komplikationen in Folge einer Punktion treten nur in sehr seltenen Fällen auf. Kommt es zu Komplikationen, ist dies insbesondere innerhalb der ersten 24 Stunden möglich. Wir raten Ihnen daher, am Punktionstag und am folgenden Tag zu Hause zu bleiben.

Ruhen Sie sich überwiegend liegend aus. Vermeiden Sie am Punktionstag und am folgenden Tag schwere körperliche Arbeit (z.B. Sport, schweres Heben, häufiges Treppensteigen).

Wenn Sie berufstätig sind, lassen Sie sich für diese beiden Tage von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt eine Krankmeldung ausstellen. Ein bis zwei Tage nach der Punktion sollten Sie Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt zu einer Kontrolluntersuchung aufsuchen.

Falls Sie nach einer Punktion Flüssigkeit oder Blut verlieren oder dies vermuten, starke Unterbauchschmerzen oder andere Beschwerden haben, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Klinik aufsuchen.

Treten nach der Punktion keine Komplikationen auf, so sind eine Woche danach sowohl Sport und Flugreisen als auch Geschlechtsverkehr unbedenklich wieder möglich - es sei denn, Ihr Arzt hat Ihnen bereits eine andere Empfehlung gegeben.

Tests an zellfreier DNA

Im Blutplasma jedes Menschen zirkulieren kleinste Bruchstücke von Erbsubstanz (DNA). Bei schwangeren Frauen stammen bis zu zehn Prozent dieser DNA vom ungeborenen Kind und der Plazenta. Bereits seit etlichen Jahren werden Untersuchungsverfahren erprobt, um genetische Erkrankungen anhand dieser Erbträgerteilstücke aus mütterlichem Blut erkennen zu können.

Seit 2012 sind in Deutschland Tests verfügbar, die im mütterlichen Blut auf Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) und Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) untersuchen.

Diese Bluttests sind für Schwangere nützlich, die ausschließlich die Wahrscheinlichkeit einer dieser Trisomien bei Ihrem ungeborenen Kind bestimmen möchten, aber keine Fruchtwasserentnahme oder Plazentabiopsie wünschen. Untersucht wird DNA (Erbsubstanz) der Plazenta, die im Blut der Schwangeren zirkuliert („zellfreie DNA“).

Die Tests an zellfreier DNA sind grundsätzlich nach 9 vollendeten Wochen (9+0 SSW) möglich. Wir empfehlen jedoch Schwangeren, die sich für einen DNA-Test interessieren, vor ihrer Entscheidung eine individuelle genetische Beratung und eine Ultraschalluntersuchung zwischen 11 und 13 Wochen (11+0 bis 13+6 SSW).

Nach 11 Wochen ist die Ultraschalluntersuchung aussagekräftiger als zu einem früheren Zeitpunkt. Viele Schwangere treffen ihre Entscheidung, ob eine Fruchtwasseruntersuchung, eine Plazentabiopsie, ein Test an zellfreier DNA oder auch der Verzicht auf diese Untersuchungen für sie sinnvoll ist, anhand der Untersuchung zwischen 11 und 13 Wochen. Dann ist auch die Phase der frühen Fehlgeburten weitgehend abgeschlossen. Der Anteil der zellfreien DNA im mütterlichen Blut ist meist höher als in den frühen Wochen, so dass Testversager nur noch sehr selten vorkommen.

Durch die Ultraschalluntersuchung zwischen 11 und 13 Wochen können wir den meisten werdenden Eltern frühzeitig zeigen, dass die Entwicklung ihres Kindes gut und zeitgerecht verläuft. Viele Fehlentwicklungen des Ungeborenen und mögliche Risiken für den weiteren Schwangerschaftsverlauf, z.B. Einschränkungen der Plazentafunktion, Frühgeburtsgefährdung oder durch Bluthochdruck bedingte Komplikationen sind bereits in dieser frühen Zeit erkennbar.

Auffälligkeiten des Feten im Ultraschallbild können eine Vielzahl genetischer und auch nicht genetisch bedingter Ursachen haben. In diesen Fällen ist der DNA-Test für eine umfassende Abklärung nicht geeignet.

Eine Organuntersuchung in der 20. Woche erbringt später noch zusätzliche Informationen über die Entwicklung des ungeborenen Kindes. 

Verlässlichkeit und Grenzen der Tests an zellfreier DNA

Die DNA-Tests untersuchen ausschließlich auf Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) und Trisomie 13 (Pätau-Syndrom). Sie können damit nur drei von zahlreichen genetischen Erkrankungen testen, aber auch nicht mit völliger Sicherheit erkennen oder ausschließen. Die Genauigkeit der Erkennung von Trisomie 21 mithilfe der Tests liegt bei etwa 99% - eine von 100 der von Trisomie 21 betroffenen Schwangerschaften wird nicht korrekt diagnostiziert. Bei Trisomie 13 und 18 ist  die Erkennungsrate bei etwa 95%..

Bei Zwillingsschwangerschaften ist die Erkennungsrate von Trisomien geringer (für Trisomie 21 etwa 90%).

In zwei Prozent der Untersuchungen aus mütterlichem Blut gelingt die Analyse nicht, und der Test liefert keine Informationen.

In den bisherigen Studien erwies sich einer von 300 Befunden einer Trisomie als falsch. Vor diesem Hintergrund muss ein auffälliger Befund im Bluttest durch eine Fruchtwasserpunktion oder eine Chorionzottenbiopsie überprüft werden.

 Durchführung der DNA-Tests

praenatal.de bietet derzeit zwei DNA-Tests  an, die sich nach dem heutigen Kenntnisstand in ihrer Aussagekraft und Qualität nicht unterscheiden:

PraenaTest (Labor L ifeCodexx, Konstanz (Fa. LifeCodexx)

harmony-Test (Labor cenata,  Tübingen) (Fa. cenata)

Preise der Anbieter (Stand 28. Juli 2016)

PraenaTest       299 € (Trisomie 21*) bzw. 349 € (Trisomie 21, 18, 13*)

harmony           249 € (Trisomie 21*) bzw. 299 € (Trisomie 21, 18, 13*)

*  incl. Geschlechtsbestimmung, wenn gewünscht

Die Kostenabrechnung wird direkt durch die Anbieter vorgenommen.

 

 

Chip-Analyse (Array CGH)

Die Array-CGH Untersuchung ist eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung der klassischen Chromosomenanalyse. Mit der neuen computergestützten Analysemethode lassen sich kleinste Chromosomenveränderungen nachweisen, die mit den bisherigen Untersuchungsverfahren nicht entdeckt werden können. So kann die Array-CGH Analyse auch bei unauffälligen genetischen Vorbefunden neue Erkenntnisse liefern.

In der pränatalen Diagnostik entwickelt sich die Array-CGH zu einer sehr wichtigen Untersuchung, die innerhalb weniger Tage eine sichere Aussage über zahlenmäßige Chromosomenveränderungen und eine wesentlich präzisere Information über Mikroveränderungen des Genoms erlaubt. In der postnatalen Untersuchung körperlich oder geistig beeinträchtigter Kinder hat die Array-CGH inzwischen einen hohen Stellenwert erlangt.

Der Einsatz der Array-CGH in der pränatalen Diagnostik bei Auffälligkeiten des Feten muss derzeit noch individuell von den Kostenträgern genehmigt werden. In der Regel wird sie nur durchgeführt, wenn bestimmte klinische Voraussetzungen gegeben sind (z.B. Hinweise auf Entwicklungsstörungen, die mithilfe der Chromosomenanalyse nicht erfassbar sind). Bei unauffälligen Feten kann die Array-CGH als Wunschleistung in Anspruch genommen werden.

Durchführung einer Array-CGH Untersuchung

Die array-CGH wird mit Hilfe eines Teils des Erbmaterials durchgeführt, die im Rahmen einer Fruchtwasserpunktion, Chorionzottenbiopsie oder einer Nabelschnurpunktion gewonnen werden konnte. Dieses Material wird mit Fluoreszensfarbstoffen markiert und auf einen Chip aufgebracht. Auf diesem Chip befinden sich mehrere tausend DNA-Sequenzen, mit denen sich die markierte DNA verbindet. Auf diese Weise kann dargestellt werden, ob im Genom des Kindes bestimmte Bereiche Verluste oder überzählige Informationen aufweisen.